Ultraschall: Das Fenster zum Ungeborenen

Es gibt nur wenige Länder, in denen eine werdende Mutter eine so intensive medizinische Betreuung zur Verfügung steht wie in Deutschland. Ihr Mutterpass sieht für die kontinuierliche Überwachung von Mutter und Kind zahlreiche Vorsorgetermine vor.

Seit 1995 bietet die gesetzliche Schwangerschaftsvorsorge gemäß den geltenden Mutterschaftsrichtlinien allen werdenden Müttern 

3 Ultraschalluntersuchungen im Verlauf der Schwangerschaft an.

9. - 12. Schwangerschaftswoche

Dabei wird kontrolliert, ob ein Herzschlag zu sehen ist und sich Ihr Baby zeitgerecht entwickelt hat. Hier wird auch festgestellt, ob es sich um eine Einlings - oder Zwillingsschwangerschaft handelt. Schwere Fehlbildungen insbesondere des Kopfes, des Rumpfes und der Extremitäten können hier festgestellt werden.

19. - 22. Schwangerschaftswoche

Bei diesem Ultraschall lassen sich die Körper - und Organstrukturen Ihres Kindes am Besten erkennen. Daher ist diese Untersuchung zur Beurteilung der gesunden Entwicklung Ihres Kindes geeignet. Hier lassen sich mögliche Fehlbildungen am ehesten erkennen.

Das Kind wird dabei auch anhand verschiedener Messungen (Kopf, Oberschenkel, Oberarm, Brustdurchmesser und ggf. noch weiterer Messungen in seiner Größenentwicklung beurteilt. So können mögliche Entwicklungsverzögerungen z.B. durch ungenügende Versorgung des Kindes frühzeitig erkannt werden. Festgestellt wird auch der genaue Sitz der Plazenta. So können Risiken bei der Entbindung  - z.B. bei einer zu nah am Muttermund liegenden Plazenta - frühzeitig eingeschätzt werden.

Nebenbei: dieser Ultraschall eignet sich gut, ihrer Familie das Kind durch Bild näherzubringen !

29. - 32. Schwangerschaftswoche

Hier werden erneut verschiedene Messungen am Kind vorgenommen (s. US 19. - 22. SSW). Entwicklungsverzögerungen, die auf eine Unterversorgung hindeuten, können so rechtzeitig erkannt werden.

Wichtig ist erstmals auch die Lage des Kindes (normale Kopflage oder Beckenendlage) sowie der richtige Sitz der Plazenta (Mutterkuchen) und die Menge des Fruchtwassers.

Weitere vorsorgliche Ultraschall  - Untersuchungen sind im Rahmen der normalen unkomplizierten Mutterschaftsvorsorge nicht vorgesehen.

Bei Risikoschwangerschaften oder bestimmten Erkrankungen wird von Ihrer Krankenkasse noch ein zusätzlicher Ultraschall bezahlt.

Neben den oben genannten Terminen sind zwar weitere Untersuchungen bei Nicht - Risiko - Schwangerschaften auf Wunsch der Eltern  - um z.B. mit Sichtkontakt die Entwicklung Ihres Kindes mitzuverfolgen - durchaus sinnvoll. Da es sich hierbei jedoch um eine individuelle Zusatzleistungen handelt, ist eine Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse ausgeschlossen und müssen Ihnen somit nach der ärztl. Gebührenordnung in Rechnung gestellt werden.

Die Ultraschalluntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, das keine Strahlenbelastung für das Kind darstellt. Negative Auswirkungen oder gar Schäden sind mit den derzeit und den auch hier in der Praxis verwendetet modernen Gerät nicht zu befürchten.  Dies gilt auch für ggf. notwendige wiederholte Untersuchungen. Die Dauer der Ultraschalluntersuchung wird den medizinischen Erfordernissen entsprechend kurz gehalten.

Auch bei bester Gerätequalität, größter Sorgfalt und Erfahrung des Untersuchers kann jedoch nicht erwartet werden, daß zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft alle Fehlbildungen und Veränderungen gesehen werden können.

Es ist durchaus möglich, daß bestimmte Defekte nicht erkannt werden: z.B. ein kleines Loch in der Herzscheidewand, eine Lippen - Kiefer - Gaumen - Spalte, kleinere Defekte im Bereich der Wirbelsäule oder z.B. einzelne Finger - oder Zehenmißbildungen.

Häufig ist die Qualität der Untersuchung auch durch ungünstige Untersuchungsbedingungen eingeschränkt. Dies sind z.B. kräftige mütterliche Bauchdecke, Narben, ungünstige Kindslage oder  -bewegungen, verminderte Fruchtwassermenge etc.

Wir möchten Sie des weiteren darauf aufmerksam machen, daß die meisten Chromosomen - und Stoffwechselstörungen mit Ultraschall alleine nicht aufgedeckt werden können. Bei spezieller Indikation wie z.B. familiärer Belastung sind hierfür Eingriffe wie z.B. Fruchtwasser - Untersuchung notwendig.

Aus einer unauffälligen Ultraschalluntersuchung kann somit nicht automatisch abgeleitet werden, daß das Kind vollkommen normal entwickelt und gesund ist -  was freilich bei der Mehrzahl der untersuchten Kinder der Fall ist.

Über die normale Schwangerschaftsvorsorge hinaus können weitere Ultraschalluntersuchungen auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin gerne durchgeführt werden. Bitte teilen Sie uns dies rechtzeitig mit, damit wir ausreichend Zeit für Sie einräumen können.

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Vereinbarung für Ultraschalluntersuchungen auf Wunsch:

 

     Ich habe den Text gelesen und wünsche im Verlauf der Schwangerschaft regelmäßige

 Ultraschalluntersuchungen. Die Kosten können dabei nicht von meiner Krankenkasse

 übernommen werden.

     Ich habe den Text gelesen und wünsche keine weiteren Ultraschall - Untersuchungen neben den gesetzlich vorgesehenen (1 bis maximal 2 pro Quartal bei medizinischer Notwendigkeit)

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