Vermeidung einer Fehlernährung in der Schwangerschaft

·      Nie einseitig ernähren - immer eine vielseitige Auswahl an Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft anstreben

·      Nicht „für zwei essen“, sondern auf eine energetisch angepasste Ernährungsweise achten: die durchschnittliche Gewichtszunahme beträgt 11 - 13 kg. Sowohl Mangelernährung als auch Übergewicht können zu Schwangerschafts - und Geburtskomplikationen führen.

·      Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, z.B. Vollkornerzeugnisse, Obst, Gemüse und Salate, sollten reichlich verzehrt werden.

·      Lebensmittel tierischer Herkunft mit Augenmaß verwenden

·      Mit Fett ist sparsam umzugehen

·      Vermeiden Sie Giftstoffe, wie z.B. gespritzte Lebensmittel (gut waschen oder schälen), zuviel künstliche Lebensmittel (chemische Zusätze, Farbstoffe etc.

·     Keinen Alkohol und kein Nikotin !

Nicht für 2 essen, für 2 denken

Damit Sie und ihr Kind gesund durch die Schwangerschaft kommen, müssen Sie nicht für 2 essen, sondern für 2 denken. Denn: Sie benötigen kaum zusätzliche Kalorien aber viele wertvolle Nährstoffe. Obst und Gemüse haben die höchste Nährstoffdichte. Allgemein gelten auch in der Schwangerschaft und Stillzeit folgende Regeln für eine vollwertige Ernährung:

n   Essen Sie möglichst viele verschiedene Lebensmittel in kleinen Portionen

n   nehmen Sie regelmäßig am Tag kleinere Mahlzeiten ein

n   gönnen Sie sich und Ihrem Kind wenigsten einmal am Tag eine warme Mahlzeit mit Kartoffeln, Gemüse oder Salat event. Fleisch oder Fisch

n   Essen Sie weniger Fett und fettreiche Lebensmittel, aber ernähren Sie sich nicht fettarm. Vollmilch, Butter, Käse und Sonnenblumen - oder Maiskeimöl sowie Margarine enthalten lebenswichtige mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Geben Sie bei Fleisch und Wurst den mageren Sorten den Vorzug.

n   Obst, Gemüse, Kartoffeln, Müsli oder Fruchtsäfte können Sie reichlich essen und trinken.

n   bevorzugen Sie Vollkornprodukte anstatt Weißbrot oder Tost. Sie enthalten außer Kohlenhydrate und Vitamine viele Balaststoffe und wirken so einer Verstopfung entgegen.

n   Trinken Sie am Tag 2 Liter, ein Glas Milch oder Milchprodukte und v.a. ungesüße Früchte und Kräutertees sowie Mineralwasser

n   Alkohol ist absolut tabu

n   Ihren Kaffeekonsum sollten Sie einschränken.

n   auf 3 Nährstoffe sollten Sie jetzt besonders achten

1. Folsäure: ist v.a. in Gemüsen (Spinat, Brokkoli, Grün  - Rosenkohl, Spargel) und Salaten (Endivie) sowie in Hefe und Vollkorn (Weizenkeime, - kleie), Nüssen und Eiern enthalten.

2. Jod: v.a. in Seefisch (z.B. 1 x die Woche), Meeresfrüchte, jodiertes Salz und Milch.

3. Eisen: besonders viel Eisen enthalten bluthaltige Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch, aber auch Getreide, Nüsse, Gemüse (weiße Bohnen, Spinat), Petersilie, Eier und Milch. Dabei verwertet der Körper das Eisen aus Fleisch und Fisch am besten. Dazu Vitamin C - haltiges Gemüse oder Obst essen bzw. Orangensaft trinken.

Copyright: Dr. med. H. Höglsperger, Frauenarzt, 93155 Hemau, Stadtplatz 5, 09491 535

Ernährung in der Schwangerschaft

 

   Warum ist richtige Ernährung in der Schwangerschaft so wichtig?

 

Früher herrschte oft die Meinung vor, dass die Schwangere für zwei essen muss. Das stimmt nicht, wenn man buchstäblich die doppelte Menge damit meint. Richtig ist allerdings, dass Sie von nun an für eine gute Ernährung von zwei Individuen sorgen sollten. Denn von allem, was Sie essen, gelangen die Stoffe per Nabelschnur zu ihrem Kind. Deshalb ist Ihre Ernährung während der Schwangerschaft sehr wichtig.

Wenn Ihnen wichtige Nährstoffe fehlen, dann fehlen sie dem Kind auch. Wenn Sie vor Ihrer Schwangerschaft Gewichtsprobleme hatten, sollten Sie zusammen mit mir oder Ihrer Hebamme einen Ernährungsplan aufstellen.

 

Wie viel Energie brauchen Sie während der Schwangerschaft?

Eine Frau braucht zirka 2.100 Kilokalorien/Tag. Eine Schwangere braucht etwa 2.500 Kilokalorien/Tag. Während des Stillens braucht eine Frau rund 3.000 Kilokalorien/Tag.

 

Was sollten Sie während der Schwangerschaft essen?

Es wird ausgewogene Kost empfohlen. Dabei handelt es sich um Nahrung, die sich aus allen Nahrungsgruppen zusammensetzt: Milchprodukte, Früchte, Gemüse, Fisch, Fleisch, Eier, Fettstoffe und Getreideprodukte. Essen Sie von allen Komponenten jeden Tag etwas, dann erhalten Sie Energie aus Fett, Protein und Kohlehydraten.

Die Protein - Menge soll anteilig etwa zehn Prozent ausmachen. Viele Proteine sind in Fleisch-, Fisch-, Ei- und Milchprodukten sowie Bohnen oder Bohnenprodukten enthalten.

Der empfohlene Fett - Anteil beträgt rund 35 Prozent. Fettstoffe erhalten wir durch folgende Produkte: Butter, Öl, Margarine, Milchprodukte und Nüsse.

Der Rest sollte nur Kohlenhydrate enthalten. Der empfohlene Anteil beträgt etwa 55 Prozent. Kohlenhydrate finden wir im Brot, in Nudeln, in Kartoffeln, in Getreideprodukten und im Reis.

 

Worauf sollten Sie beim Essen zusätzlich achten?

Folsäure: Wenn Sie schwanger sind, brauchen Sie auf jeden Fall  Folsäure. Folsäure ist ein Vitamin und hilft beim Aufbau und bei der Bildung des embryonalen Nervensystems. Folsäure beugt dadurch besonders sogenannten Neuralrohr - Defekten (Defekte in der Nervensystem - Entwicklung) vor: Rückenmarksbrüche (sackförmige Ausstülpung) und Hasenscharten.

Folsäure wirkt am besten, wenn man sie mit Vitamin C und Vitamin B12 zu sich nimmt. In der Nahrung findet man Folsäure in der Gerste, Bohnen, Kalbsleber, Früchten, grünem Gemüse, Orangensaft, Linsen, Erbsen und Reis.

Es wäre gut zusätzlich 0,4 Milligramm reine Folsäure zu sich zu nehmen. Am besten drei Monate vor der Empfängnis bis zur 112. Schwangerschaftswoche. Wenn Sie schon einmal ein Kind mit sog. „offenen Rücken“ zur Welt gebracht haben, sollte die oben angegebene Dosis höher sein. Sprechen Sie mit mir darüber !

 

Eisen: Schwangere brauchen mehr Eisen als sonst, weil die Blutmenge erhöht wird um über die Plazenta zu durchbluten und das Kind mit Nährstoffen zu versorgen.  Eisen steckt in grünem Gemüse, wie zum Beispiel Broccoli, Spinat sowie in Erdbeeren und Getreideprodukten wie Müsli und Brot. Das Eisen wird vom Körper besser aufgenommen, wenn Sie dazu etwas Vitamin - C - haltiges essen. Vitamin C ist beispielsweise in Apfelsinen enthalten. Tee und Kaffee hemmen dagegen die Aufnahme von Eisen.

Zink: Dabei handelt es sich auch um einen wichtigen Bestandteil für die Entwicklung des Kindes. Wenn Sie die bisherigen Kostempfehlungen beachten, nehmen sie ohnehin bereits genug davon durch Ihre Nahrung auf.

Während einer Schwangerschaft ist es wichtig, dass Sie größere Mengen Vitamin A vermeiden, da es im schlimmsten Fall zu Schädigungen des Embryos kommen kann. Vitamin A findet man zum großen Teil in Leber und Leberpastete oder in manchen Vitaminpräparaten. Vermeiden Sie diese während ihrer Schwangerschaft.

 

Wie vermeiden Sie Verstopfung?

Aufgrund des veränderten Hormonhaushalts ist die Darmfunktion eingeschränkt. Dies kann zu Verstopfungen führen. Sie vermeiden oder lindern zumindest Beschwerden durch ballaststoffreiche Kost: Früchte, Gemüse, gekocht und roh, Vollkornprodukte wie Müsli oder Vollkornflakes, Pflaumen(saft). Sie sollten auch 2 - 3 Liter am Tag trinken.

Bewegung beugt ebenfalls der Verstopfung vor, da die Bewegung die Darmfunktion stimuliert. Gehen Sie Schwimmen, oder gehen Sie 2 - 3  Mal in der Woche, je 20 - 30 Minuten spazieren.

 

Wie viel sollten Sie während der Schwangerschaft zunehmen?

Eine Zunahme von 10 - 12 kg gilt als normal. Aus praktischen Ursachen teilt man die Schwangerschaft in drei Teile. Der erste Teil geht von der ersten bis zwölften Woche: Sie sollten in diesem Zeitraum normalerweise ein bis zwei Kilogramm zunehmen. Im zweiten Teil, von der 12. bis zur 28. Woche, sind 300 - 400 g pro Woche ideal. Im dritten Teil (28. - 40. Woche) sollten Sie weniger als drei Kilogramm, aber mehr als ein Kilogramm pro Monat zunehmen.

Wenn Sie mehr als 600 g pro Woche zunehmen, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme verständigen, um auf plötzliche Flüssigkeitsansammlungen und Zuckerkrankheit hin untersucht zu werden. Eine zu hohe Gewichtszunahme kann auch durch falsche Ernährung oder Bewegungsmangel verursacht sein. In diesem Fall unterrichten Sie mich oder Ihre Hebamme.

 

Woher kommen all diese Kilos?

Das Kind wiegt vor der Geburt rund 3.500 Gramm.

Die Gebärmutter wiegt rund 900 Gramm.

Die Plazenta wiegt rund 650 Gramm.

Das Fruchtwasser wiegt rund 800 Gramm.

Die zusätzliche Blutmenge beträgt rund 1.250 Gramm.

Flüssigkeitsansammlungen ergibt rund 2.000 Gramm.

Fettdepots unter der Haut machen rund 1.700 Gramm aus.

Insgesamt ergibt dies eine Gewichtszunahme von rund 11. - 12 kg, was als völlig normal gilt.

 

Copyright: Dr. med. H. Höglsperger, Frauenarzt, 93155 Hemau, Stadtplatz 5   Tel:: 09491 535

 

Ernährung in der Schwangerschaft

 

Sicher haben Sie schon viel gelesen oder gehört, welche Veränderungen im körperlichen und seelischen Befinden der Frau mit Beginn der Schwangerschaft eintreten. Neben der Freude, ein Kind zu bekommen, übernehmen Sie eine neue Verantwortung. die unter Zurückstellung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse ganz auf die Schwangerschaft ausge­richtet sein muß. Hierbei spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. Die Nahrungszusammenstellung sollte abwechs­lungsreich und bedarfsgerecht sein. Aus dem Nahrungsangebot bezieht Ihr Kind alle lebenswichtigen biologischen Bausteine, die es zu einem normalen Wachstum benötigt. Dies heißt aber nicht. daß Sie für ,,zwei essen sollen." Nicht die Kalorienzufuhr d h die Energiemenge ist entscheidend sondern die Ausgewogenheit des Angebots an nährstoffrei­chen Lebensmitteln für Sie und Ihr Kind Eiweiß ist der wichtigste biologische Baustoff für das kindliche Wachstum. So sollten in Ihrem Speiseplan ~ Milchprodukte wie Käse. Quark oder Joghurt vorhanden sein aber auch, Geflügel Fisch oder mageres Fleisch

 

Wegen der lnfektionsgefahr mit Toxoplasmose darf kein rohes Fleisch wie Mett oder Tartar gegessen werden Da der Energiebedarf während der Schwan­gerschaft nur unwesentlich erhöht ist, sollte der Verzehr an Fett besonders kontrolliert werden. Zuviel Fett bedeutet ein Risiko für Übergewicht und damit Gefahr für Herz und Kreislauf. Doch nicht nur von den ,,sichtbaren Fetten" wie Butter, Margarine, Öl und Bratfetten geht eine Gefahr aus:

Aufpassen müssen Sie vor allem vor ,,versteckten Fetten" in Saucen, Kuchen und anderen Gebäcken oder Schokolade.

 

Den Energiebedarf sollten sie hauptsächlich aus kohlehydratreicher Nahrung decken. Hierzu gehören Kartoffeln, Obst, Vollkornteigwaren, also die dunklen Brotsorten, aber auch Müsli oder Reis. Den Genuß von reinen Süßigkeiten sollten Sie jedoch auch wegen der Gefahr von Karies meiden. Da die Zähne während einer Schwangerschaft besonders gefähr­det sind, sollten Sie in dieser Zeit auch eine zahnärztliche Kontrolle durchführen lassen. Gemüse wie Hülsenfrüchte und Salate beugen mit ihrem hohen Gehalt an Ballaststoffen gleichzeitig vor Darmträgheit oder Verstopfung vor. Verdau­ungsfördernd wirkt in diesem Fall Weizenkleie, z.B. eingerührt in Joghurt. Sie sollten kein Abführmittel nehmen oder versuchen, mit anderen Methoden ,,schlank" zu bleiben.

 

Ein ,Idealgewicht" für die Schwanger­schaft gibt es nicht. Im ersten Drittel sollten Sie jedoch nach Möglichkeit nicht zunehmen. Im zweiten Drittel wird die Gewichtszunahme etwa 4, im letzten Drittel zwischen 6 und 8 Kilogramm betragen. Nach Ausreifung des Kindes, also kurz vor der Geburt, sollte das Gewicht nicht mehr steigen. Frauen, die vor der Schwangerschaft untergewichtig sind, können dagegen noch zusätzlich an Gewicht zunehmen.

 

 

Der ideale Ernährungsplan für einen Tag könnte so aussehen:

Das Frühstück möglichst ausgiebig und vielseitig mit reichlich Flüssigkeit wie Milch, Fruchtsäften, Fruchttee, etwas Kaffee und Obst

Die beiden Hauptmahlzeiten Mittag und Abendbrot sollten verringert und durch zwei zusätzliche kleine Mahlzeiten er­gänzt werden. So ist der Körper über den Tag gleichmäßig mit Nährstoffen versorgt.

 

Wichtig ist, daß Sie vor allem leichte Speisen zu sich nehmen. Bei zunehmendem Leibesumfang lassen sich damit vor allem das nächtliche  Völlegefühl  vermeiden. Durch die Vergrößerung der Gebärmutter kann es nicht nur zu einer Ver­drängung und damit Störung der Darmfunktion mit Blähungen kommen, vor allem der Magen reagiert häufig auf die La­geveränderung, nicht zuletzt durch Sodbrennen. Hier können milde Mittel Abhilfe schaffen. Ich kann Sie beraten.

Wichtig ist, daß Speisen möglichst schonend zubereitet werden: Also kein scharfes Braten, das Übelkeit auslösen oder Ihren Organismus belasten kann, sondern langsames Garen z.B. in der Teflonpfanne oder Folie. Kein langes kochen, das die Vitamine zerstört, sondern schonendes Dünsten des Gemüses.

Daß Vitamine und Mineralstoffe für die gesunde Entwicklung Ihres Kindes von großer Bedeutung sind, ist Ihnen sicher bekannt. Leider kann die Nahrungsmittel- industrie mit ihren modernen Produkten den Anforderungen, die an eine gesun­de Ernährung während der Schwangerschaft gestellt werden, nicht immer gerecht werden. Besonders die wichtigen Spurenelemente sind in vielen Nahrungsmitteln nicht mehr vorhanden, da in weiten Gebieten durch intensive Bewirt­schaftung der Agrarflächen diese Substanzen den Böden entzogen worden sind. Dies muß in der Schwangerschaft be­sondere Berücksichtigung finden.

 

Für folgende Stoffe ist eine Ergänzung in der Schwangerschaft häufig sinnvoll.

 

1. Eisen

Eisen benötigt das Kind zum Aufbau des Blut- und Muskelfarbstoffes. Zunächst wird der kindliche Organismus aus Ihren Eisenreserven versorgt. Aber schon bald wird sich bei Ihnen trotz gesunder Ernährung ein Abfall des Eisenspiegels (Hb) bemerkbar machen. Dies würde zu einer Verschlechterung des Sauerstofftransports im mütterlichen und kindlichen Organismus führen, wenn Ihrem Organismus nicht zusätzlich Eisen angeboten würde.

 

2. Folsäure

Folsäure spielt in der Schwangerschaft bei verschiedenen Körperfunktionen eine wichtige Rolle. So reguliert dieses Vitamin die Zellteilung, die eine wesentliche Voraussetzung für ein gesundes Wachstum darstellt. Folsäuremangel kann zu Fehlentwicklungen bis hin zu kindlichen Mißbildungen führen. Verschiedene medizinische Fachgesellschaften emp­fehlen daher schon bei Kinderwunsch eine zusätzliche Einnahme von Folsäure.

 

3. Magnesium

Magnesium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe, der während der Schwangerschaft benötigt wird. Magnesium sorgt für eine normale Reizübertragung auf Nerven und Muskeln. Daneben braucht der Körper Magnesium zur Verbrennung von Kohlehydraten und Fett. Es gilt auch als ,,Antistress-Mineral", weil es die Ausschüttung der Stress-Hormone kontrolliert. Mangel an Magnesium führt zu Unruhe, Muskelkrämpfen (Wadenkrämpfe) oder auch Herzrhythmusstörungen. In der Schwangerschaft ist eine ausreichende Versorgung des Organismus mit Magnesium von großer Bedeutung, da ein Mangel zu vorzeitiger Wehentätigkeit und damit zu einer Frühgeburt führen kann.

 

4. Kalzium

Dieses Mineral spielt bei der Reizübertragung und Nervenfunktion eine ähnliche Rolle wie das Magnesium. In vielen Produkten wie Milch, Käse oder Vollkornbrot ist Kalzium normalerweise in ausreichender Menge vorhanden. Während der Schwangerschaft kann der erhöhte Kalziumbedarf, der vor allem für die kindliche Knochenbildung benötigt wird, je­doch nicht durch die Nahrungsaufnahme allein gedeckt werden. Daher ist der werdenden Mutter die zusätzliche Einnahme von Kalzium zu empfehlen.

 

5.  Jod

Jod hat in der Schwangerschaft eine sehr wichtige Funktion, nicht nur bei der Schwangeren, sondern auch beim Unge­borenen. Wegen der sogenannten Plazentaschranke gelangen die mütterlichen Schilddrüsenhormone nur in unzurei­chendem Maße in den kindlichen Organismus. Dies kann zu einer Störung der geistigen und körperlichen Entwicklung des kindes führen. Bei Jodmangel entwickelt das Ungeborene bereits einen Kropf und kommt mit einer sogenannten Neugeborenen-Struma zur Welt. Die Empfehlung, vermehrt jodiertes Speisesalz zu verwenden. kann für eine Schwan­gere nicht gelten, da sie mit dem Jod zuviel Kochsalz aufnehmen würde. Aus diesem Grunde empfiehlt sich die Einnahme von Jodtabletten.

 

Medikamente

Ob medizinisch verordnete Arzneimittel, vor allem bei Langzeitbehandlung weiter eingenommen werden können, sollten Sie umgehend mit mir besprechen. Der gewohnheitsgemäße Griff zur Kopfschmerz- oder Beruhigungsta­blette sollte hingegen unterbleiben.

 

Genußmittel

Zum Thema Genußmittel gibt es ganz klare Regeln. Da jede werdende Mutter ein gesundes Kind zur Welt bringen will, ist es selbstverständlich, daß alle Substanzen, die einen schädigenden Einfluß haben können, gemieden werden müs­sen. Auch wenn es schwerfällt, verzichten Sie am besten sofort auf den Konsum von Zigaretten. Über Ihren Kreislauf ge­langt das Nikotin auch zum Kind, das also gezwungenermaßen mitraucht. Neben der Verengung der Blutgefäße des Mutterkuchens mit deren späterer Verkalkung steht vor allem eine Gefährdung im Vordergrund: Die notwendige Versorgung des Babys mit Sauerstoff wird schwer gestört, das Wachstum verzögert sich, und viele Kinder von Raucherinnen werden zu sogenannten Mangelgeburten. Auch auf den Genuß von Alkohol sollten Sie verzichten. Bereits ein Glas Wein regelmäßig getrunken könnte beim Ungeborenen zu Hirn- und Herzschäden oder Skelettveränderungen führen. Der Genuß von Rauschmitteln, auch den sogenannten weichen Drogen, verbietet sich von selbst.

 

Körperliche Aktivitäten:

Zu Beginn der Schwangerschaft können Sie ohne Bedenken Ihren normalen Betätigungen nachgehen. Eine Schwan­gerschaft ist keine Krankheit. Für Ihre berufliche Beschäftigung gelten jedoch Bedingungen, die durch das Mutter­schaftsgesetz geregelt sind. Bei sozialrechtlich abgesicherten Anspruch auf Mutterschaftsvorsorge sind schwere körper­liche Arbeiten, schädliche Einwirkungen von Stoffen, Dämpfen oder Lärm verboten. Das gleiche gilt für Nachtschicht oder Akkordarbeit.

 

Körperpflege und Selbstvorsorge

Körperliches Wohlbefinden während der Schwangerschaft hängt auch von guter Pflege ab. Für Haut und Haar ist diese unproblematisch, wobei eine Dusche mit milder Seife oder Duschgel einem Wannenbad vorzuziehen ist.

 

Von besonderer Bedeutung ist die Hygiene im Intimbereich. Diese ist wichtig, damit das natürliche Abwehrsystem der Scheide funktionsfähig bleibt und kritische keime abwehrt. Wird das vor allem durch körpereigene Milchsäurebakterien stabilisierte Scheidenmillieu gestört, können körperfremde Erreger eine Entzündung und damit  einer Frühgeburt auslösen. Aus diesem Grund wurde eine neue Früherkennungsmethode als zusätzliche Vorsorgemaßnahme entwickelt. Diese besteht in der Untersuchung und Kontrolle des sogenannten Scheiden - pH, die Sie sehr einfach mit einem speziell entwickelten Testhandschuh oder pH - Streifen selber zuhause durchführen können. Schon bei einer leichten Störung können Sie mich frühzeitig informieren, und es kann eine vorbeugende Behandlung mit einem gutverträglichen Medikament erfolgen.

 

Aus verständlichen Gründen können auf diesem Blatt nicht alle Dinge angesprochen werden, die für Sie und das Wohlergehen Ihres Babys von Wichtigkeit sind. Während der nächsten Wochen und Monate werden sich jedoch noch viele Möglichkeiten ergeben, bei denen Sie Fragen stellen können.

Machen Sie sich also vor jedem Untersuchungstermin Notizen zu allen Fragen, die Sie beschäftigen.

Eines sollten Sie Wissen:

Alle medizinischen Bemühungen dienen einem erfolgreichen Verlauf Ihrer Schwangerschaft und der Vorsorge für ein gesundes Kind.

         

Copyright: Dr. med. H. Höglsperger, Frauenarzt, 93155 Hemau, Stadtplatz 5   Tel:: 09491 535