Alkohol und Schwangerschaft

 

Alkohol in der Schwangerschaft ist die häufigste und bedeutsamste nichtgenetische Ursache einer geistigen Entwicklungsstörung beim Kind und damit der Schadstoff Nr. 1 für Embryo und Fetus.

Alkohol wirkt

a. wachstumshemmend auf alle Organe und Körperzellen

b. toxisch auf des zentrale Nervensystem (Gehirn) mit weitreichenden Folgen in den Hirnfunktionen

c. mißbildungsfördernd (teratogen) mit einem typischen Fehlbildungsmuster

d. suchtfördernd

 

Etwa 2200 Kinder mit einer sog. Alkoholembryopathie werden pro Jahr in Deutschland geboren. Und noch viel häufiger sind die Kinder mit sog. Alkoholdefekten, also Kinder ohne oder mit kaum sichtbaren äußerlichen Veränderungen, bei denen jedoch Hirnleistungsschwächen, Verhaltensstörungen oder Wesensveränderungen festzustellen sind. Alkoholdefekte treten nicht erst bei mütterlicher Alkoholkrankheit, sondern auch nach mißbräuchlichen und gelegentlich exzessivem Trinken auf. Eine Alkoholmenge mit sicherer Verträglichkeit, eine sog. Schwellendosis, ist bisher nicht bekannt.

An Schädigungen finden sich besonders häufig komplexe Hirnfunktionsstörungen wie:

n   Intelligenzminderung

n   Merkschwäche

n   Konzentrationsstörung mit entsprechender Lernstörung in der Schule

n   Störung im Denkfluß, im schlußfolgernden, abstrakten kombinatorischen Denken

n   in der psychomotorischen Geschwindigkeit

n   im Sinnverständnis

 

Das Verhalten ist häufig gekennzeichnet durch

n   Überaktivität

n   wenig zielbewußtes Handeln

n   mangelnde Impulskontrolle

n   Aggressivität

 

Das Risiko einer späten Sprachentwicklungsstörung kann aus vielen Gründen auf 30 % geschätzt werden.

Zum Wohl des Kindes sollte Alkohol in der Schwangerschaft gänzlich gemieden werden, auch wenn der gelegentliche „Schluck Wein oder Bier“ kein Grund zur Panik ist und keine klinisch nachweisbaren Folgen hat.

 

Copyright: Dr. med. H. Höglsperger, Frauenarzt, 93155 Hemau, Stadtplatz 5, 09491 535