Gynäkologische Untersuchung

Die gynäkologische also frauenärztliche Untersuchung ist sowohl eine Vorsorge- als auch eine Kontrolluntersuchung. Sie ist wichtig zur Früherkennung von Erkrankungen wie z.B. Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Die Vorsorge - Untersuchung sollte ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich erfolgen.

Wozu dient die gynäkologische Untersuchung?

Die Früherkennung und Nachsorge von Tumorerkrankungen spielen eine große Rolle bei der gynäkologischen Untersuchung. Außerdem informiert sich der Gynäkologe über Folgendes:

·Vorerkrankungen der Frau

·Familiäres Auftreten von Erkrankungen wie Krebs Herz - oder  Stoffwechsel - Erkrankungen

·Regelanamnese. also den Zeitpunkt der letzten Regelblutung, den Zeitabstand zwischen

   zwei Regelblutungen das Ausbleiben der Regelblutung und den Beginn der Wechseljahre

·Beschwerden wie Periodenschmerzen, Zwischenblutungen, Schmerzen im Unterleib oder Ausfluss

·Verhütung

·Medikamenten - Einnahme

Junge Mädchen sollten aus folgenden Gründen zum Frauenarzt gehen:

·Um ein Beratungsgespräch mit oder auch ohne frauenärztliche Untersuchung zu führen

·Vor dem ersten Geschlechtsverkehr, um sich über die Verhütung zu informieren

·Wenn der Wunsch nach Einnahme der Pille besteht

·Wenn bis zum 15. Lebensjahr noch keine Regelblutung eingesetzt hat. Wenn Beschwerden auftreten

Eine Untersuchung findet beim 1. Treffen normalerweise nicht statt !

Wie verläuft die gynäkologische Untersuchung?

Am Beginn jeder frauenärztlichen Untersuchung steht ein ausführliches Gespräch. Erst dann erfolgt – wenn dies aufgrund des Gespräches notwendig erscheint - die eigentliche Untersuchung, und anschließend werden die Untersuchungsergebnisse besprochen.

Die Untersuchung an sich wird auf dem gynäkologischen Stuhl durchgeführt. Dieser ermöglicht eine optimale Betrachtung und Untersuchung der Geschlechtsorgane. Mit dem Spekulum, einem röhrenförmigen Instrument, entfaltet man die eng aneinander liegenden Scheidenwände. Durch diese schmerzlose Maßnahme sind die Scheide und der Muttermund am Gebärmutterhals gut einzusehen. Aus der Scheide wird dann Scheidensekret entnommen und unter dem Mikroskop auf lnfektionszeichen untersucht. Vom Gebärmutterhals entnimmt man mit einem Wattestäbchen einen Zellabstrich, um ihn anschließend in einem Labor auf entartete Zellen untersuchen zu lassen.

Zuweilen betrachtet man außerdem den Muttermund mit einem Kolposkop, einem

Untersuchungs - Mikroskop mit 40-facher Vergrößerung. Dadurch können krankhafte

Veränderungen an der Scheidenhaut und der Oberfläche des Muttermundes entdeckt und

gegebenenfalls gleichzeitig Gewebeproben entnommen werden.

Anschließend beurteilt man die inneren Geschlechtsorgane, indem diese mit zwei Fingern der einen Hand ertastet und mit der anderen Hand auf der Bauchdecke zur Scheide hin gedrückt werden. Dabei untersucht man Lage, Größe und Form von Gebärmutter und Eierstöcke.

Durch eine zusätzliche Untersuchung über den Enddarm bei Frauen ab dem 45. Lebensjahr, die rekto-vaginale Untersuchung, lassen sich der Halteapparat der Gebärmutter und die Beckenwand besonders gut beurteilen.

Bei auffälligen Befunden oder auf Wunsch kann eine Ultraschall - Untersuchung angeschlossen werden. Diese wird in der Regel als Vaginal - Ultraschall durchgeführt. Dabei führt man einen dünnen Ultraschallkopf in die Scheide ein. Auf diese Weise können Gebärmutter und Eierstöcke sehr gut betrachtet werden.

Anschließend untersucht man beide Brüste auf Verhärtungen, Knoten, Sekret oder sonstige Auffälligkeiten. Die regelmäßige Brustuntersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs -  Früherkennung. Deshalb ist es auch wichtig, dass Frauen ihre Brüste selbst regelmäßig untersuchen.

Welche weiteren Untersuchungsmöglichkeiten bestehen?

Bei gynäkologischen Problemen steht die frauenärztliche Untersuchung im Vordergrund. Sollte diese den Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung ergeben, so erfolgen je nach Erkrankung weitere Untersuchungen.

Beispielsweise wird bei Verdacht auf Brustkrebs eine Ultraschall - Untersuchung der Brust und eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie) durchgeführt.

Desweiteren können bei bestimmten Beschwerden Labor- oder Urinuntersuchungen erforderlich sein.

Dies wird aber dann im Rahmen des Gespräches genau erklärt.